Evaluation von FÜL (Fördern - Üben - Lernen) an der Grundschule Waldau

Zum Schuljahr 2014/15 haben wir an der Grundschule Waldau die klassischen Hausaufgaben durch eine FÜL (Fördern - Üben - Lernen) Zeit ersetzt. Nach knapp einem Jahr galt es, die Zufriedenheit mit dem neuen Angebot bei Schulkindern, Eltern, Lehrkräften und ErzieherInnen abzufragen.

 

Insgesamt haben an der Evaluation teilgenommen:

313 Schülerinnen und Schüler

260 Eltern

16 Lehrerinnen und Lehrer

5 Erzieherinnen und Erzieher

 

Nach einigen, eher subjektiv zu beantwortenden, Fragen zu den Themen Stress und Entspannung konnte durch die Umfrage auch ein Bild über das Lernverhalten der Schulkinder, die Kommunikation zwischen den Pädagogen und in Austausch mit dem Elternhaus gewonnen werden. Im Folgenden ein paar exemplarische Umfrageergebnisse:

Die Besonderheit bei FÜL liegt in der intensiven Betreuung der Schulklassen durch  häufige Doppelsteckung durch eine zweite Lehrkraft, einen Erzieher/Erzieherin oder eine pädagogische Fachkraft aus dem Ganztag. In der Umfrage wurde dieser Tatbestand mehrheitlich als positiv empfunden:

 

Unterstützung durch eine zweite Person ist positiv

Eltern (189 sagten das „stimmt immer“ oder „meistens“)

Lehrkräfte (14 finden Zusammenarbeit bereichernd)

ErzieherInnen (3 finden Zusammenarbeit bereichernd)

 

Auch die Schulkinder bewerteten diesen Punkt positiv: 

Bezüglich des Lernstandes der Kinder sehen wir noch Verbesserungsbedarf in unserem neuen Angebot, denn uns ist die Zahl der "gefühlt" Uninformierten noch deutlich zu hoch.

 

Woher wissen die Eltern, was ihr Kind arbeitet?

141 Eltern fühlen sich durch Arbeitsmaterial zuhause informiert

51 erhalten Informationen über Gespräche mit L/E oder Lerntagebuch

85 fühlen sich nicht informiert (!)

 

Besonders spannend wurde die Frage nach der Einschätzung des Lernerfolgs betrachtet. Wo und wie lernen die Schulkinder nun besser? Mit Hausaufgaben oder bei FÜL?

Auch wenn die Entscheidung, ob FÜL an unserer Grundschule erhalten bleibt, eine pädagogische sein muss und keine demokratische sein sollte, haben wir eine Abstimmung gewagt mit der Frage "Soll FÜL erhalten bleiben?" oder "Soll es wieder Hausaufgaben geben?"

Als Gründe für FÜL wurden vor allem genannt:

 

•kompetente Hilfe, gezielte professionelle Förderung

•Gleiche Chancen für alle Kinder

•Entlastung berufstätiger Eltern

•Mehr Freizeit für Hobbys, Spiel, Freizeit und Freunde

•FÜL macht Spaß!

 Folgende Gründe sprachen für Hausaufgaben:


• Überblick über Unterrichtsthemen und Lernstand

• Wunsch der Eltern, sein Kind zu unterstützen

• Selbstverantwortung der Kinder – weiterführende Schulen

• Üben und Lernen zuhause selbstverständlich

• Zuhause mehr Ruhe

• Eltern wieder in die Pflicht nehmen


Fazit

FÜL wird auch im Schuljahr 2015/16 Bestand haben, aber in allen befragten Personengruppen kam die Idee einer Mischform auf!

 

Hauptkritikpunkt ist geringere Teilhabe der Eltern/ErzieherInnen am Lernstand des Kindes! Daraus folgt:

 

• Im neuen Schuljahr werden wir noch mehr Wert auf Kommunikation zwischen Pädagogen und vor allem zwischen Schule und Elternhaus legen.

• Wir werden motivierende Methoden einführen, um das Lernen und Üben zuhause zu unterstützen, z.B. durch Wochenaufgaben, Lernvertrag, Rechen- und Lesepass, Lerngespräche etc.

 

Denn auch ohne Hausaufgaben bleibt das Üben zuhause wichtig und notwendig. Dabei unterstützen wir als Schule gern Sie als Eltern!

 

Bitte melden Sie sich bei Rückfragen zu FÜL, zur Evaluation oder der Auswertung!

Download
Die Umfrage zum Herunterladen
Auswertung FÜL.pdf
Adobe Acrobat Dokument 670.7 KB